
GET TOGETHER Vol. 3: Gemeinsam wirtschaften, gemeinsam innovieren
Wie können Unternehmen erfolgreich zusammenarbeiten, obwohl sie zugleich im Wettbewerb stehen? Beim GET TOGETHER Vol. 3 am 16. Juli diskutierten Expert:innen und Teilnehmer:innen über neue Kooperationsformen, starke Ökosysteme und die Frage, wie gemeinsame Innovation gelingen kann.
Zukunftsfähige Innovation entsteht immer seltener im Alleingang. Unternehmen stehen vor komplexen Herausforderungen, die sich häufig besser bewältigen lassen, wenn Kompetenzen gebündelt, Daten geteilt und unterschiedliche Perspektiven miteinander verbunden werden.
Doch wie kann eine solche Zusammenarbeit funktionieren? Welche Themen eignen sich für Kooperationen? Was können Unternehmen einbringen – und wo liegen Grenzen oder Hürden? Diesen Fragen widmete sich unser drittes GET TOGETHER.
Neue Perspektiven auf Kooperation und Wettbewerb

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand u.a. das Prinzip der Koopetition: die gezielte Zusammenarbeit von Unternehmen, die in anderen Bereichen miteinander im Wettbewerb stehen. Dabei wurde deutlich, dass es keine universelle Lösung gibt. Ob und in welcher Form eine Kooperation sinnvoll ist, hängt unter anderem von den beteiligten Unternehmen, ihren Zielen und den jeweiligen Marktbedingungen ab.
In einem interaktiven World Café arbeiteten die Teilnehmenden gemeinsam an zentralen Fragestellungen:
- Bei welchen Themen bietet eine Kooperation einen echten Mehrwert?
- Welche Kompetenzen und Ressourcen können Unternehmen einbringen?
- Wo liegen klare Grenzen oder praktische Hürden?
- Wie müssen Kooperationen gestaltet sein, damit alle Beteiligten fair profitieren?
Die offenen Diskussionen zeigten, wie vielfältig die Erwartungen, Erfahrungen und Voraussetzungen der beteiligten Akteure sind. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Vertrauen, Transparenz und klare gemeinsame Ziele zu den wichtigsten Grundlagen erfolgreicher Zusammenarbeit gehören.
Impulse aus Wissenschaft und Praxis
Vier Speaker beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und zeigten, wie Kooperationen und Ökosysteme bereits heute gestaltet werden.
Dr. Dirk Lüttgens vom RWTH Institut für Technologie- und Innovationsmanagement eröffnete aus wissenschaftlicher Sicht den Blick auf Plattformökosysteme und ihre Entwicklung. Sein Beitrag verdeutlichte, dass Transformation und Innovation selbst auf Unternehmen derselben Branche sehr unterschiedlich wirken können. Während Koopetition für ein Unternehmen neue Möglichkeiten eröffnet, kann für ein anderes ein abweichender Ansatz zielführender sein.
Katrin Weiland (Volksbank Bodensee-Oberschwaben eG) zeigte am Beispiel von VS Star, warum Unternehmen starre Strukturen und klassische Denkmuster hinterfragen müssen, um in dynamischen Märkten handlungsfähig zu bleiben. Nicht immer führt langfristige Planung zum gewünschten Ergebnis. Mit dem Ansatz der Effectuation beginnen Unternehmen stattdessen mit den bereits vorhandenen Mitteln, Kompetenzen und Partnerschaften. Neue Möglichkeiten werden gemeinsam entwickelt und Schritt für Schritt umgesetzt.


Fabian Grimm ebenfalls vom RWTH Institut für Technologie- und Innovationsmanagement präsentierte konkrete Beispiele dafür, wie Kommunen, Unternehmen, Öffentlichkeit und Forschung in ganz Deutschland in themenbezogenen Ökosystemen zusammenarbeiten. Dabei ging er insbesondere auf die Voraussetzungen ein, die solche Kooperationen benötigen, um langfristig Wirkung zu entfalten.
Julien Adelberger (Business Development bei Advaneo) gab Einblicke in die Arbeit von Advaneo an sogenannten Data Spaces. Diese digitalen Ökosysteme ermöglichen es verschiedenen Akteuren, Daten souverän und sicher miteinander zu teilen und nach gemeinsam definierten Regeln zu nutzen. Damit schaffen sie eine wichtige Grundlage für datenbasierte Geschäftsmodelle und branchenübergreifende Innovationen.
Kooperation braucht Mut und klare Regeln
Die Gespräche und Impulse des Vormittags machten deutlich: Erfolgreiche Zusammenarbeit entsteht nicht automatisch. Sie benötigt ein gemeinsames Verständnis der Ziele, klar definierte Rollen und transparente Regeln. Ebenso wichtig ist die Bereitschaft, bestehende Strukturen zu hinterfragen und neue Wege auszuprobieren.
Gerade für Unternehmen im Rheinischen Revier bieten kooperative Ansätze die Chance, vorhandene Kompetenzen miteinander zu verbinden, Ressourcen effizienter zu nutzen und gemeinsam neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Unser Fazit: Zukunftsfähige Innovation entsteht dort, wo Unternehmen zusammenkommen, unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und gemeinsame Handlungsspielräume mutig nutzen.
Das nächste GET TOGETHER ist bereits in Planung: Vol. 4 findet im Herbst statt.

Danke an alle Teilnehmenden für eure Zeit, euren Input und eure unerschöpfliche Innovationskraft – gute Stimmung gehört bei uns übrigens immer dazu. Das nächste GET TOGETHER ist für Herbst 2026 geplant. Wir werden rechtzeitig auf unserer Website und unseren Social Media Kanälen darüber informieren.
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Fotos: Martin Braun Fotografie










